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Harald
Anmeldung: 12.05.99 Beiträge: 6220 fol. SD-CA 97  40+ |
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Harald
Anmeldung: 12.05.99 Beiträge: 6220 fol. SD-CA 97  40+ |
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| sofia |
Beitrag: (p12316)
Verfasst am: 12. Apr 2005, 19:03 |
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Bin am 8.04.2005 zur 1. RJT in den Bunker gekommen.
Morgens um 8.30 Aufnahme, Verhaltensmaßregeln. Blutabnahme, Blutdruckmessen, ab in die Einzelhaft. Zimmer sehr klein, an der Türe ein Küchenwagen mit Tablett, reichlich Wasser, Kaffekanne mit Blümchenkaffee, jede Menge Schlabberwasser, auf Wunsch auch mit Kohlensäure. Daneben Nasszelle mit Toilette (Unterdruckabsaugpumpe), Dusche und Waschbecken. Bettbereich: 2 m Bett, 50 cm Platz zum durchgehen, 50 cm längsplatz bis zur Heizung und Fenster, in der Ecke Digitales Fernsehen mit ein paar Programmen in der Ecke fast oben. Wenn man daran vorbei wollte, aufpassen, sonst Beule am Hirn.
Essen war nicht sehr viel Auswahl, habe Mittags Vegetarisch genommen, da ich viele Fleischsorten einfach nicht mag. War erstaunt, dass das Essen ausnehmend schmackhaft war. Pflegepersonal und Ärtze waren sehr freundlich aber selten zu sehen.
Heute am 12. wurde ich entlassen. Bin total übermüdet und fast reif fürs "Hotel zur weichen Birne".
Am 8. nach dem üblichen Aufnahmeprocedre ca. 14.30 Kapsel mit 3700 GBq, Verschluß, Türe und Fenster dürfen nicht mehr geöffnet werden.
Samstag eine weitere Kapsel mit 3400 GBq jeweils in Bleibox.
Bis Sonntag Abend Öffnungsverbot für Fenster. Tags über und abens lief die Glotze als Geräuschkulisse und es war einigermassen auszuhalten. Aber Nachts war es ganz schlimm. Die Klimaanlage sauste und brauste und ächtzte in voller Lautstärke und punkt 24. oo ca. 1 Stunde ganz laut im Abstand von 30 sekunden Klack, Klack Klack im Technosound als würde jemand mit Wucht ein Beil auf einen Bleitisch hauen. Zusätzlich sauste ständig Durchzug mit Desinfeltionsgeruch über das Bett. Ein leiches Schlafmittel verfehlte jede Wirkung. Habe mich nach 2 Nächten fast ohne Schlaf beim Artz darüber beschwert und gesagt ich würde nicht wieder hierherkommen. Promt war ich als suizidgefährdet eingestuft und bekam Gemütsaufheller (Lexotanil 1/2 Tbl. ) zum Schlafen verordnet. Habe aber dann nichts mehr gesagt und Zufriedenheit vorgespielt und keine Sonnenschein - Tbl. genommen und noch zwei weitere Nächte kaum geschlafen. Der Arzt kam dann 2 mal täglich und fragte nach meinem Befinden. Zweimal habe ich ihn ohne Absicht zu Tode erschreckt. Sonntags durfte ich das erste mal das Fenster für fünf Min. öffnen. Das Fenster hat innen eine Schräge Wand von ca. 45 cm Dicke, dann kommt der Fensterrahmen und dann eine ca 40 cm Schräge zum Park. Um richtig Luft zu bekommen und etwas mehr zu sehen, habe ich mich mit dem Oberkörper auf den Fensterrahmen gelegt um mich dort festzuhaken. war bequem und ich konnte nicht wegrutschen. Hat der Dr. gesehen und gedacht ich wollte türmen oder sonst etwas anstellen.
Montags durfte ich dann wegen geringer Strahlung das Fenster den ganzen Tag auflassen, was ich auch getan habe. Ich war gerade in der Nasszelle. Der Dr. kam rein, sah das offene Fenster und ich war nicht zu sehen. Oh Schreck . Kam dann auf Rufen sofort aus der Nasszelle.
Heute eine weitere Messung hurra, ab zum Szinti ganz, alles bestens, nur noch ein wenig Restgewebe von SD, Freitag nochmal Szinti ganz, seit Sonntag L-Thyroxin 175 für 4 Wochen, dann Feineinstellung. Meine Kleidung ist alle dageblieben. Habe vor Aufregung viel gekleckert und bin mit Kulturbeutel, Handtasche und leerer Reisetasche nach Hause. Habe erst mal eine Stunde gebadet und anschließend geduscht und 2 Stunden Körperpflege betrieben. Meine Sachen gehen nach Lagerung im Kh zum Roten Kreuz. Kann die alten Klamotten nicht mehr sehen. Hurra, die Welt hat mich wieder. Der blanke Horror ist vorbei. |
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| sofia |
Beitrag: (p12330)
Verfasst am: 13. Apr 2005, 11:55 |
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hallo ihr alle, die meinen Bericht lesen.
nachdem ich diese Nacht ca. 10 Std. tief und fest geschlafen habe, mein Blutdruck sich wieder in einegermaßen guten Bereichen bewegt (gestern 192/105 mgHg. , heute wieder im Mormbereich 141/94 mgHg.), möchte ich die restliche Info nachschieben.
Zu den negatibven Nächten ist hinzuzufügen, dass ich naiv und unwissend zur RJT getippelt bin. Die Allgemeine Aufklärung war gut, nur die alte Klimaanlage, die für den nächtlichen Horror gesorgt hat wurde verschwiegen oder vergessen. Es gibt ja auch Menschen, die das gar nicht interessiert. Man kann, wenn man weiss, das es sich um Altbau handelt selbst dafür Sorge tragen, dass man Nachts tief und fest schläft. z.B verstopfen der Ohren, intensives Eincremen um die Haut zu schützen und für die relative geringe Gesamtdauer des Aufenthaltes ein Sedativum mitbringen, welches einen 8 - 9 stündigen Schlaf trotz lauter Klimaanlage garantiert.
Zum Zimmer: für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Umfang von mehr als 140 cm ungeeignet.
Für Menschen mit Normalfigur bis ca. 140 cm Umfang und erheblicher Gehbehinderung geeignet.
Besonders Positiv:
Das Pflegepersonal einschliesslich Ärzten sind gut geschult, freundlich und hilfsbereit. Die Abulanz der Nuk. ist von der Einrchtung her nicht hypermodern aber dafür zweckmäßig, relativ geräumig und freundlich anzuschauen. Das gesamte Personal der Nuk. habe ich als sehr freundlich und kompetent empfunden.
Am Tage ist es auch in den abgeschlossenen Räumen während der RJT (Türen und Fenster müssen zubleiben, aber man weiss, das man diese im Notfall selbst öffnen kann) gut auszuhalten.
Auch hier wird man nicht alleingelassen, sondern beschränkt sich aus Schutzgründen auf die gesetzlichen Vorgaben, die offenbar nicht ganz bundeseinheitlich sind sondern in einigen Punkten einen örtlichen Spielraum zu heben scheinen. Zusammenfassend war mann wie überall in diesen Einrichungen im wesentichen allein im Raum aber wenn es notwendig war, bekam man Antworten auf zusätzliche Fragen.
Die Bleiwand war natürlich auch im Zimmer.
Die Küche ist von der Gerichtemasse her kein vier bis mehr - Sternehotel. Dieses wird durch reichliche Mengen und schmackhaftes Kochen sehr gut überdeckt.
gruß Sofia |
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| Gast |
Beitrag: (p14170)
Verfasst am: 07. Jun 2005, 16:22 |
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| elisabeth hat folgendes geschrieben: | hallo,
war bis jetzt zu faul meine erfahrungen zu berichten, jetzt aber doch:
ich war zur 2. RJT (ende april 04) auch in großhadern, die erste war in der innenstadtklinik, ebenfalls LMU(uni)
meine erfahrungen waren dort "unter aller sau" entschuldigt bitte meine ausdrucksweise, aber ich hab ja den vergleich zur innenstadtklinik, wo die nuk-med übrigens dem gleichen Prof untesteht wie in großhadern.
der empfang war einigemaßen i.O. bei den untersuchungen vorher hab ich schon das 16-jährige mädchen kennengelernt, mit der ich in ein zimmer kommen sollte. damit wir uns nicht ganz so langweilen haben wir vorher zusammen essen eingekauft (das ist sowohl in großhadern als auch in der innestadt schlecht) und ein hörspiel+cd-player mitgenommen.
ausserdem hatte die andere eine kiste voll limetten dabei für unsere speicheldrüse. da ham sich die schwestern und die ärztin aufgeregt, dass das unser magen evtl. nicht vertragen könnte und uns schlecht werden könnte! wie bitte sind wir so dumm, dass wir nicht merken, wenn uns schlecht wird??? oder 5 jahre alt???? oder 90????
ausserdem hat mir die ärztin ein mehrere zentimeter großes stück "gesunde SD" im ultraschall identifiziert. 2 andere ärzte, die mich die tage vorher sehr genau untersucht haben hatten das nicht gesehen. ausserdem war auch später im szinti fast nichts zu sehen.
die schwestern auf der station waren zerstritten.
mir ist dort vor dem mittagessen (einweisungstag) noch gesagt worden, dass ich keinen seefisch essen soll, und was war das mittagessen?? richtig geraten: seefisch.
nach dem szinti wollten sie mir noch ein CT machen, weil es war ja nur so wenig speicherung zu sehen. ich hab aber abgelehnt, wollte zuerst mit meiner endo reden.
die hat mir auch dringend abgeraten. zuerst sollte beobachtet werde, ob der TG runter geht, und nur wenn nicht, dann ein MRT gemacht werden. das ist wohl viel besser geeignet als ein CT.
ausserdem kahm zwar am letzten abend ein arzt kurz an die tür, der hat aber auf meine frage, ob ich schon wieder meine hormone nehmen darf, gemeint, er müsste in meinen unterlagen nachschaun und käme dann wieder. ist er nicht. ausserdem weis ich nicht was es da zum nachschaun gibt. ich hab dann am morgen vor dem abschlussszinti meine homone wieder genommen. und einen halben tag später erfahren, dass das in ordung war.
übrigens Mike, warum musstest du schon 3 tage vorher rein??? nur für die testkapsel und damit das krankenhaus was verdienen kann? in der innenstadt bekommt man die test/diagnosekapsel ambulant (wie gesagt, gleicher prof)
ganz gemein find ich das 48 stunden im zimmer eingesperrt sein. für uns war kein problem, wir waren froh, die idoten nicht zu sehen. aber eine frau war alleine im zimmer, für 48 stunden!!! die ist fast verrückt geworden.
ach ja, die ärztin dort hat mir nicht geglaubt, dass meine endokrinologin den TG wert am vortag besimmt hat und das ergenis innerhalb von 6 stunden hatte.
die erste RJT war natürlich auch kein zuckerschlecken, aber im vergleich dazu der reinste urlaub. und das bei der gleichen uni, dem gleichen lehrstuhl/professor, aber 2 verschiedene häuser.
ich kann nur sagen: wer in münchen eine RJD oder RJT machen soll: MEIDET GROßHADERN!!!
ausserdem machen die beiden anderen uni-kliniken die RJD ambulant und in großhadern ist sie stationär.
liebe grüße
elisabeth |
ich teile in den wesentlichen Punkten diese Auffassung. Wir wären besser beraten gewesen, Gosshadern zu meiden.
Gruß
Detweb10 |
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Elke62
Anmeldung: 08.07.05 Beiträge: 202 Pap./foll.SD-CA  40+ |
Beitrag: (p15268)
Verfasst am: 08. Jul 2005, 19:32 |
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Bitte nicht verwechseln mit Erlangen ! Aufenthalt Februar 2005
Donnerstags Aufnahme mit Untersuchungen, kurzes freundliches Gespräch mit Hinweis (mein Mann war noch dabei) ich werde nach der Behandlung geheilt sein!!! Nachmittags Kapsel schlucken, das erste und einzige Mal, wo ich andere Patienten gesehen habe.Leider war ich die Einzigste mit Krebs. Bin ja Diabetiker, Essen war nicht besonders. Frühstück und Abendbrot reichhaltig, aber leider nicht Diabetiker freundlich. Schwestern und Ärzte kurz angebunden. Bei Visite auch nur kurzen Kontakt mit Abstand. Seit meiner, für mich niederschmetternde Diagnose kein erklärendes Gespräch. Zimmer in Nürnberger Bunker sind mit Nasszelle (WC, Dusche, Waschbecken), Fernseher kostenlos, Telefon gegen Gebühr. Lüften eine halbe Std. täglich, eigene Wäsche, Bettwäsche aus Papier (schläfts sich doof ), Angebot der Benutzung eines Gummibandes (gibt wohl auch einen Hometrainer, hatte keine Lust drauf)
Getränke : Kaffee 1 Thermoskanne, Teeaufgussbeutel versch. Sorten heißes Wasser in Thermoskanne 2x tgl.,4 Tabl. zum lutschen tgl. und Abführmittel gratis.
Zum Duschen noch etwas: (zum schmunzeln)... es gab für mich 2 Chip.
Chip in Schlitz - rein in Dusche, Wasser auf -Wasser zu - einseifen - Wasser auf - kam nichts - 2.Chip rein in Schlitz (außerhalb der Duschkabine) rein in Dusche - Wasser auf ....kam nichts mehr !!! Den Rest Duschbad hab ich dann am Waschbecken aus den Haaren gespült.
Wassersparen ist ok. Beim nächsten Mal weiß ich es. |
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GabyI.
Anmeldung: 14.09.04 Beiträge: 195 pap. CA  40+ |
Beitrag: (p15276)
Verfasst am: 08. Jul 2005, 22:40 |
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Hallo,
nun will ich mich auch endlich mal hinsetzen..und meine Erfahrung mitteilen. Also ich hatte meine OP in der Uni Frankfurt ebenso beide RJT`s.
Da mir von der Schilddrüsenambulanz schon die Ärzte bekannt waren, hatte ich mich gleich nach der OP für die Uni entschieden.
Einige Tage vor Beginn der RJT muss man zum Probeschlucken in die Klinik. Daraus wird dann errechnet, wieviel Radiojod man verabreicht bekommt. Am ersten Tage wird erst mal Blutdruck, Blutabnahme und Krankenbogen erledigt. Die Schwester ist sehr nett und war auch bei beiden Therapien dort. DIe Spät und Nachtdienste werden von Studenten/Pflegern gemacht, die auch weniger ängstlich sind...verstrahlt zu werden...im Gegensatz zur Schwester..grins..die immer gleich einen Schritt schneller geht..so bald man auf dem Flur auftaucht.
Es gibt die Möglichkeit Pizza, Chinesisch etc. zu bestellen...oder gar mal ne Runde Eis. Bei der Sommertherapie..wurde auf einer kleinen gemütlichen Gemeinschaftsterrasse Kaffee serviert. Am ersten Tag darf man das Zimmer nicht verlassen, aber ab 2.Tag..dann auf die Terrasse. Das erleichtert es ungemein, da man immer jemanden zum Reden hat.
Es gibt diverse Einzelzimmer, die wirklich sehr beengt sind und Zweibettzimmer. Ich war jedes Mal in einem Einzelzimmer. Die Zimmer sind ausgestattet mit...Tisch, Nachtschrank, Wandschrank, Stuhl, Sessel, Bett, Eckschrank mit Büchern, versch. Wasser, X Teesorten. Das Bad...leider ohne Dusche teilt man mit dem Nachbarzimmer, welches aber kein Problem darstellt. Duschen ist leider gar nicht möglich, kommt man aber auch die 3-4 Tage drüber hin weg.
Essen ist durchschnittlich....mal gut, mal weniger, aber ist eh Ansichtssache. Man kann aus vielen Gerichten wählen und das drei mal täglich.
Die Ärzte sind super nett und immer bemüht. Haben ein offenes Ohr und wenn es psychisch mal nicht so gut geht....wird auch keine Nähe gescheut. Es werden nicht gleich Pillchen verteilt..sondern...man bekommt menschliche Nähe..und tröstende Worte....was denke ich viel hilfreicher ist.
Die Kapsel bekommt man gleich am ersten Tag, darf davor 2 Stunden nichts essen....Bekommt aber das Mittagessen im Zweifelsfalle nach serviert..und das warm !!!
Alles in allem hab ich mich gut aufgehoben gefühlt....und hatte auch keine Probleme mit der Einsamkeit. Mir hat es ganz gut getan, mich von allem Stress mal so richtig zu erholen. Hab viel gelesen....TV geschaut...!!!
Täglich wird gemessen....wie radioaktiv man denn noch ist
Das Personal ist gut aufgeklärt und kann sehr gut Auskunft geben...was den Aufenthalt...die Radioaktivität etc. betrifft. Selbst die Studenten..die dort den Spät oder Nachtdienst übernehmen..sind sehr gut aufgeklärt.
Ja..soviel aus Frankfurt...
Gruss GABY |
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Julius Anmeldung: 13.07.03 Beiträge: 6 SD-CA |
Beitrag: (p15328)
Verfasst am: 10. Jul 2005, 14:14 |
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Hallo zusammen,
auch ich wollte jetzt nachträglich noch einen Bericht zu Großhadern abgeben, da ich dort sogar zwei RJTs gemacht habe.
Als erstes möchte ich darauf hinweisen, dass man in Großhadern sehr wohl die Testkapsel auch ambulant bekommt. War bei mir so. Dafür musste ich um 8 Uhr morgens in der K0 sein, mir wurde dann zuerst ein Zimmer zugewiesen. Danach kamen ein paar Routineuntersuchungen und dann auch schon die Testkapsel. Danach durfte ich wieder nach hause (war ca. mittags). Am nächsten Morgen musste ich dann wieder rein um die Messung vorzunehmen, nach der sich die Dosis berechnet. Dann durfte ich wiederum heim. Am naechsten morgen musste ich dann mein Zimmer endgültig beziehen, mittags gabs die Kapseln und danach musste man sofort aufs Zimmer und sollte 48 Stunden nicht mehr rauskommen. Dazu ist noch zu sagen, dass die Station K0 eine kleine isolierte Dachterasse hat, und wenn man beim Einzug sagt, dass man Raucher ist oder gerne frische Luft hätte oder sowas, wird einem ein Zimmer näher an der Terasse gegeben. Ich hab das dann so gemacht: Bei der Station mit dem Telefon angerufen und gesagt, dass ich raus will. Dann haben die überprüft ob die Terasse leer ist und der Gang dahin leer ist, und sobald dies der Fall war, wurde es mir mitgeteilt. Das fand ich sehr angenehm, sich abends nochmal etwas auf die Terasse setzen zu können
Nach den 2 Tagen "Haft" darf man sich dann duschen und sollte ganz frische Klamotten anziehen, damit das Abschluss-szynthigram nicht verunreinigt wird. Das dauerte ca 45 Minuten. Danach kam dann der Physiker mit einem Geigerzähler und einem Maßband, dessen Ende ich nehmen musste. Dann hat er sich genau mit 2m Abstand aufgestellt und gemessen. Erreicht man einen gewissen Schwellwert (den ich jetzt nicht mehr weiss) darf man heim.
Soweit war ich also auch ganz zufrieden, es gab in jeden Zimmer ein kleines Bad, man brauchte keine speziellen Schuhe/Kleidung oder sonst was, man hatte einen Fernseher, Tageszeitung (irgendeinen Münchner Boullevard-schund) und eben bis zu einem gewissen Grad "Freigang"
Allerdings möchte ich, vor allem seit der zweiten RJT, NIE WIEDER nach Großhadern. Wärend meines ersten Aufenthalts war Sommer mit täglich um die 30°. K0 befindet sich aber leider genau über der Klimaanlage des Gebäudes und die Klimaanlage läuft natürlich auch nachts durch Wenn jemand also nach K0 will, dann lieber nicht im Sommer!
Was ich ausserdem als sehr unangenehm empfunden habe, war die Art der Betreuung. Bei jeder Visite, bei jeder Untersuchung oder Besprechung hatte man mit einem anderen Arzt zu tun, die einem teilweise wiedersprüchliche Sachen erzählt haben. Ich kann dafür jetzt leider keine Beispiele mehr nennen, aber ich empfand es als sehr unangenehm nicht einfach nur einen zuständigen Arzt zu haben.
Bei der zweiten RJT mit 1500MBq hat die Strahlung dann meinen Bauch so stark angegriffen, dass mir den ganzen Tag übel war und ich mich auch laufend übergeben musste. Das schlechte Essen (das ich in dem Moment dann sogar ekelerregend fand) taten ihr übriges, warum ich dann die 2 Tage auch ausschliesslich Tee getrunken habe.
Das schlimmste von allem war, dass im Zimmer neben mir zwei ältere leicht schwerhörige Damen lagen, die sich sehr lautstark unterhalten hatten. Ich konnte wärend der 2 Tage kaum schlafen und war mit den Nerven ziemlich am Ende. Am 3. Tag hab ich dann solange genervt, bis der Physiker einen Zwischenstopp bei mir eingelegt hat um meine Werte zu checken. Als er fertig war, wollte ich nur noch raus. Meine Mutter hat mich so gegen 13 Uhr abgeholt, ich bin aber schon 2 Stunden früher vor dem Krankenhaus rumgesessen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.
Es war einfach nur schlimm! Wobei es natürlich nicht unbedingt die Schuld von Großhadern ist. Aber die gesamte Situation hat mich dazu gebracht zu sagen: Ich werde NIE wieder nach Großhadern gehen.
Julius
p.s. im Nachhinein wurde mir auch von einem Arzt gesagt, dass man in einer anderen Klinik die RJT auch komplett ambulant machen kann. Ich bin mir nicht sicher ob das gesetzlich ok ist, aber ich weiss, dass es zumindest in meinem Fall gegangen wäre! (wo, würde ich per pm sagen, weiss nicht, ob es klug ist, das hier öffentlich zu sagen) |
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Jan
Anmeldung: 06.06.01 Beiträge: 1208 Follik. SD-Ca; OP 04... NRW |
Beitrag: (p15349)
Verfasst am: 10. Jul 2005, 23:02 |
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Liebe Leute,
die Nuklearmedizinische Klinik auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich gehört zur Universitätsklinik Düsseldorf. Ich war im Juni (RJT) und im November (RJD) 2001 dort - ist also schon eine Weile her.
Inzwischen haben sie den Trakt für die stationäre Aufnahme umgebaut, sodass ich nicht weiß, wie es jetzt drinnen aussieht.
Nachdem ich bei den Berichten hier zu Jülich nix gefunden habe, schreibe ich mal, woran ich mich nach fünf Jahren noch erinnere:
- Nette Zimmer mit Balkon (!) und Telefon, die damals technisch und ausstattungsmäßig nicht mehr auf der Höhe der Zeit waren. Das dürfte nach dem Umbau anders sein.
- Allein im Zimmer während der RJT; Bettnachbar (danke, da war ich lieber allein Confused ) während der RJD.
- Versorung mit Mineralwasser und sauren Drops zum Lutschen (wegen der Speicheldrüsen) erfolgte "automatisch" - kurzes Signal genügte, und die Zimmer-Vorräte wurden ergänzt.
- Verpflegung wie im Krankenhaus üblich (also nicht gerade drei Sterne), aber ziemlich gut genießbar; kein Seefisch ...
- Freundliches Personal (Ärzte wie Schwestern), dass sich allerdings wegen der Strahlenbelastung ziemlich rar machte. Die "heißeste" Begegnung war eine Visite, auf die ich mich - wegen der sonst spärlichen Sozialkontakte - durchaus gefreut hatte: Es klopfte, ich öffnete die Tür, davor stand ein Doc, hielt mir ohne viele Worte den Geigerzähler an den Hals, nickte, klappte die Tür wieder zu - das wars. Na ja.
- Medinzinisch fühlte ich mich in guten Händen (fühle ich mich immer noch, denn ich nehme die relativ lange Anfahrt halbjährlich für die Nachsorge in Kauf): Mindestens auf Nachfrage, meist aber auch so, erklärten die Ärzte bzw. Assistentinnen bzw. Schwestern, was sie denn gerade so veranstalteten mit mir ...
- Natürlich gab (und gibt) es in Jülich auch den einen oder anderen Anflug weiß bekittelter Berufsaroganz, die mit informierten Patienten nicht so recht umzugehen weiß, aber das habe ich eher als Ausnahme empfunden.
FAZIT: Ich hoffe, dass es nicht schlechter geworden ist und würde für Leute aus der Region Köln, Düsseldorf, Niederrhein und so Jülich durchaus empfehlen. _________________ Herzliche Grüße
Jan
Zuletzt bearbeitet von Jan am 07. Aug 2005, 16:25, insgesamt einmal bearbeitet |
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| Monika |
Beitrag: (p15377)
Verfasst am: 11. Jul 2005, 14:17 |
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Habe im Dez 2004 eine RJT und im März 2005 eine RJD in Offenbach überstanden und möchte den beiden Berichten von Sofia noch meine Erfahrungen hinzufügen.
Die Unterbringung ist so mies, wie Sofia sie beschrieben hat, einschließlich der Klimaanlage... Wenn man 6 Wochen nach der SD-Krebs OP und in starker UF in diese spezielle Klinikabteilung kommt, kann man nur das große Heulen kriegen. Und das Essen war genauso trostlos. Von gesunder Ernährung noch nichts gehört! Am schlimmsten fand ich die Isolation, ich weiss mittlerweile von Berichten aus anderen Kliniken, dass es dort moderne Spezialstationen mit Aufenthaltsräumen, Terrassen, Garten oder ähnliches gibt. Für mich war die Isolation wahnsinnig belastend.
Ich würde trotzdem wieder hingehen, weil die Ärzte und das übrige Personal sehr kompetent und freundlich sind. Und das ist für mich wichtiger als die Unterkunft. Dr. Schnabel und sein Team haben im ganzen Rhein-Main-Gebiet einen hervorragenden Ruf, ich werden auch zur Nachsorge zu ihnen gehen. |
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Harald
Anmeldung: 12.05.99 Beiträge: 6220 fol. SD-CA 97  40+ |
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Miau Anmeldung: 07.03.05 Beiträge: 239 SD-CA, SD-OP 2004 Hessen  30+ |
Beitrag:
Verfasst am: 07. Aug 2005, 18:23 |
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Hi Ihr,
ich kam letztes Jahr zwei mal in den "Genuss" einer RJT in der DKD Wiesbaden. Ich versuche mal, meine persönlichen Gefühle etwas außen vor zu lassen, zum einen hat mich die UF ziemlich geschafft und zum anderen die OP mit der Diagnose. Das verfälscht schon irgendwie.
Ganz objektiv gehts aber nicht, denn der verantwortliche Nuklearmediziner ist menschlich ziemlich daneben. Anders kann man das nicht beschreiben. Das Wartezimmer ist ein offener Bereich, der an den Flur angrenzt - und selbst dabei lässt er es sich nicht nehmen, seine kurze Besprechung mit dem Patienten auf dem Flur vorzunehmen. Na gut, wussten wenigstens alle, die vorher meinen frisch operierten Hals angesarrt hatten, was los war. Seine "Besprechung" vor der RJT besteht auch mehr oder weniger aus ein paar dahingeworfenen Sätzen, so ungefähr wie: Krebs, na und, wird schon alles gut, alles andere wurde ja schon besprochen. Besprochen ja - mit super netten Assistenzärztinnen, die auch die Voruntersuchungen gemacht haben. Aber, um das auch zu sagen: wen auch immer man fragt - man bekommt zur Antwort, dass dieser Nuklearmediziner fachlich spitze wäre. Dann brauche ich halt andere Seelentröster.
Nun zum Bunker. Es gab vorher Informationsblätter, die gut über den allgemeinen Ablauf und was man selbst tun kann/sollte informiert haben.
Die Station selbst ist eine ganz normale Krankenstation mit kleinen Unterschieden. Zum einen natürlich die alarmgesicherte Stationstür und das Fehlen von Pflegepersonal auf der Station. Über andere kleinere Unterschiede war man schon durch die Informationsblätter informiert. Wir mussten das Geschirr selbst in die Spülmaschine ein- und ausräumen (die "Patienten" standen Schlange dafür angesichts der willkommenen Abwechselung). Das Badezimmer war etwas anders, und die Zimmer geringfügig gemütlicher als normale Krankenzimmer.
Es gibt durchweg Zweibettzimmer. Zimmerpartner konnte man sogar in Ausnahmefällen tauschen (ich hatte Pech, meine war die wo vorher eine andere ausgezogen war - warum, war mir schnell klar) - aber das wird garantiert abhängig davon sein, welche Schwester gerade Dienst hat. Der Kontakt der Patienten untereinander war erlaubt, es gab nur leider keinen Aufenthaltsraum, Sitzecke, Terasse o.ä. Gerüchten zufolge wurden trotzdem schon die wildesten Partys auf der Station gefeiert. Die meisten, die dort sind, haben ja eher weniger körperliche Probleme. Essenbestellungen beim Italiener, Chinesen o.ä. wären problemlos möglich gewesen.
Das Krankenhausessen war durchaus genießbar, man konnte auch zwischen kleiner - normaler - großer Portion wählen (große Portion: drei Brötchen zum Frühstück, 1 Roulade und drei Klöße nebst riesen Berg Rotkraut mittags), nur leider gabs öfters mal Verwechslungen in den Bestellungen (so richtig übel wurde mir, als ich abends statt dem bestellten Salatteller so ungefähr eine Schlachtplatte bekommen habe). Zumindest bei Frühstück und Abendessen konnte man aber immer noch was schmeckendes auftreiben: Im Kühlschrank der Station gab es eine Riesensammlung von Marmeladen-, Wurst-, Schmelzkäse usw. -verpackungen. Immer, wenn man was nicht mochte oder übrig hatte, hat man es dort quartiert - dafür konnte man sich auch nehmen, was man wollte. Dort standen auch immer Joghurt, manchmal Milch und sonst noch einiges.
Bereits im Voraus war ich informiert worden, dass ich Zitronensaft nehmen muss. Nur leider war mir beim ersten Besuch nicht bekannt, dass das Zeug aus dem KH zum k.... schmeckt. Beim zweiten Besuch habe ich mir meinen eigenen Saft mitgebracht.
Außerdem (unangenehmes Thema...) wurde mir gesagt, dass ich am zweiten Tag abführen müsste. Das Mittel wurde abends gebracht mit der Info, es würde erst so 8-10 Stunden nach Einnahme wirken. Dummerweise hat es bei mir nach 4 Stunden gewirkt, so dass ich in dieser Nacht eher selten im Bett zu finden war. Beim zweiten Aufenthalt habe ich die Schwester gleich gebeten, es mir spätestens mittags zu bringen. Hat prima geklappt.
Selbstbedienung war bei Getränken (Wasser und reichlich Teesorten sowie als nette Abwechslung Zitronenteepulver, zwei mal am Tag Kaffee), Handtüchern, das Essen hat man selbst vom Wagen geholt usw. Aber alles ok, denn man war über jede Abwechslung froh. Das Zimmer vserlassen mussten wir morgens bei der Reinigung. TV war gratis, und Telefon hat keine Grundgebühr gekostet. Die Station liegt in einem Obergeschoss, es gibt große Fenster, aber keine Klimaanlage. Es kann im Sommer so richtig eklig werden dort.
Morgens wurde immer (außer Sonntags) gemessen, das war die einzige Zeit, wo man im Zimmer bleiben musste bis man dran war.
Die Nachuntersuchung war dann das Szintigramm, und beim zweiten Mal auch die erlösende Verabschiedung sinngemäß mit "Auf Nimmer-Wiedersehen". Nach meinem ersten Besuch, mit Verdacht auf Metastase, war ich total verzweifelt, da hat mich eine Arzthelferin in den Arm genommen und meinte: Der Arzt (mein Freund, der Nuklearmediziner) würde es zwar nicht so ausdrücken können - aber wenn er sagen würde, dass etwas in Ordnung kommt, dann wäre das auch so."
Mitbringen sollte man auf jeden Fall das "persönliche Unterhaltungsprogramm" - bei mir Bücher, Musik und griechische Vokabeln (wobei sowohl die Bücher als auch dann die Vokabeln an der UF gescheitert sind). Die Spielesammlungen, die es auf der Station gibt, machten nicht gerade den Eindruck der Vollständigkeit... Ich durfte auch alles, was ich ins KH mitgebracht hatte, wieder mitnehmen - es wurde nicht einmal gemessen. Eine schöne Kleinigkeit: direkt vom KH aus wurde die Meldung, dass ich stationär wäre, an meinen Arbeitgeber vorab gefaxt und dann geschickt.
So, ich glaube das war das Wesentliche. Wer noch Fragen hat, kann die natürlich gerne stellen. Insgesamt denke ich, dass man die Station empfehlen kann. Soweit ich das Beurteilen kann, wäre sie wohl auch mit Gehbehinderung möglich. Bei meinem zweiten Besuch war eine schwer körperbehinderte Frau dort (konnte aber laufen), die sogar eine Begleitperson mit reinbringen durfte.
Ach ja, ich war im April und im September 2004 dort. Beim ersten Mal 5 Tage, beim zweiten Mal 4 - beide Male genau die Zeit, die mir vorher angekündigt worden war.
Viele Grüße
Miau |
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Ute Anmeldung: 05.03.04 Beiträge: 172 Pap. Karz. pT4 1992,... |
Beitrag: (p17072)
Verfasst am: 07. Sep 2005, 17:36 |
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Dies Jahr war mal wieder eine RJD fällig, bin seit 13 Jahren Stammgast in Münster.
Nach Vorbereitung mit Thyrogen (erstmalig vom Hausarzt verabreicht) kam ich Freitag gegen 10:00 Uhr an und wurde gleich nach oben geschickt für einen Speicheldrüsentest (ca. 40 Min.). Danach Warten in der Station auf das Zimmer. Zwischendurch gab's Mittagessen, ganz ordentlich. Das erste Arztgespräch. Ich bekam ein Einzelzimmer (es gibt dort 6 Einzel- und 3 Doppelzimmer). Krankenhausbett mit dem üblichen Nachttischchen (dort war Radio und TV-Bedienung samt Telefon integriert), ein recht großer Tisch, ein Kunstledersessel mit Hocker. Zwei große Bleiplatten auf Stativ (in anderen Zimmern ist ein halbhohes Mäuerchen), ein geräumiger Schrank, noch ein Tisch in diesem Bereich, Waschbecken mit Sensorwasserhahn (wegen Wassersparen) und abgetrennt ein Raum mit Toilette und Dusche. Vorhang um den gesamten Waschbereich herum. Die der Tür gegenüberliegende Wand hat ein raumbreites Riesenfenster, aber Blick über einen kleinen Innenhof auf die Betonwand einer Rampe. Diese Wand ist inzwischen von Efeu überwuchert, auch stehen einige Blumenkübel im Hof. Direktes Sonnenlicht fällt nicht herein, aber der Ausblick ist nicht mehr so trist wie früher. Meine Kapsel mit 500 MBq erhielt ich aus mir unerfindlichen Gründen erst abends um halb acht (anstatt 24 Std. nach der letzten Thyrogenspritze). Danach ins Zimmer.
Die Schwestern, die ich seit Jahren kenne, kommen immer herein, bleiben während des Gesprächs hinter der Bleiwand stehen und unterhalten sich auch gern mal mit einem. Wasser (halbstilles) gibt es soviel man will. Für die Pflege der Speicheldrüsen bekommt man jeden Tag ein Gläschen mit frisch gepresstem Zitronensaft und einem Minilöffelchen. Ein Tropfen davon reicht schon, um die Speicheldrüsen anzuregen und Speichel zu produzieren. Damit wird man die Radioaktivität in den Speicheldrüsen schneller los. Am nächsten Morgen wurde ich gemessen und hatte bereits 2 µSv/h unterschritten, durfte also meine Isolation wieder verlassen. Nur die Toilette im "Bunker" sollte ich noch konsequent benutzen. Im Warteraum gibt es inzwischen einen Computer mit freier Internetnutzung. Und in den Zimmern gibt es die Möglichkeit, seinen Laptop zu benutzen. TV ist frei in der Station. Leider sind die Apparate ganz oben an der Ecke zur Decke angebracht und man verrenkt sich den Hals, wenn man nicht im Bett liegt und ganz hoch fährt. Der Ton kommt vom Nachttisch durch eine Ohrmuschel an einem Schlauch, welche gern runterfällt und die einen auf seinem Sitzplatz festhält, weil man sonst nichts hört.
Telefon geht mit Telemünzer, also Steckkarten, die man überall auf den Stationen kaufen kann.
Man trägt seine eigene Kleidung (ein frisches Set für den Scan bereithalten!) und man kann alles gleich wieder mit nach Hause nehmen. Das war von Anfang an so.
Am Montag morgen war Duschen (allerdings darf man dabei nicht die Haare waschen, weil dadurch der Scan beeinträchtigt würde) angesagt und es folgte der Ganzkörperscan und Sono von Bauch und Schilddrüse. Danach warten auf die Entlassungspapiere (erster Arztbericht).
Das Essen kann ich schlecht beurteilen, weil ich wegen einer darauffolgenden Darmspiegelung in einer anderen Abteilung fast nichts zu essen bekam. Samstag Mittag gab's Eintopf, der war allerdings ganz gut.
Das Personal auf der Station ist sehr nett, aufgeschlossen und hilfsbereit. Auch die Ärzte sind kompetent und man kann alle alles fragen und erhält auch verständliche Antworten.
Ich fühle mich dort immer wieder wohl und gut aufgehoben.
Neu war für mich jetzt die Parksituation. Früher ließ man eine Karte mit 10 Feldern abknipsen und konnte so lange auf dem Parkdeck bleiben wie man wollte. Jetzt haben sie wie im Parkhaus Automaten mit Karten aufgestellt (ist also für Langzeitleute viel teurer geworden). Erste halbe Stunde frei, danach 1 € pro Stunde, max. 9 € pro Tag, bis 7 Tage 15 € pauschal (das kostete früher die ganze Zehnerkarte...). Aber jetzt kriegt man wenigstens gut Platz.
Eine kleine Ergänzung: Die ganze Klinik hat Klimaanlage. Fenster sind nicht zu öffnen (ist bei der Hitze ganz angenehm gewesen). Freigang nachmittags und ganztags am Wochenende im Innenhof.
Grüße von Ute _________________ Positiv denken. Informieren. Handeln. |
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stormy_weathers Anmeldung: 14.12.04 Beiträge: 24 SD-CA  40+ |
Beitrag: (p17089)
Verfasst am: 08. Sep 2005, 10:31 |
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Hallo, ich möchte an dieser Stelle mal das Krankenhaus in Karlsruhe "vorstellen" (gehe demnächst zu meiner 3. RJT):
Von außen ein älterer Bau, welcher nicht gerade den Anschein nach einem modernen Krankenhaus erweckt. Man meldet sich in der Radiologie an (mit welcher der Termin im Vorfeld abgestimmt wurde) und wird dann mit seinen auf die Station im 1. OG geschickt. Dort verabschiedet man sich von seinen Angehörigen vor der Tür und klingelt. Nach den Üblichen Voruntersuchungen (Blutdruck, Fieber, ...) kann man dann mit der Patienten-Stammkarte eine Telefonkarte holen und entsprechend aufladen. Die Zimmer sind recht passabel und für solche Zwecke ausreichend ausgestattet (was braucht man auch mehr als ein Bett, einen Schrank, Tisch und Stühle und einen Fernseher, der übrigens nicht separat kostet). Mittags kommt Artzt/Ärtztin, verabreicht einem die Kapsel und dann ist einfach warten angesagt. Abends gegen 19:00 Uhr ist Visite (das lässt sich Doc Rendel glaube ich nicht nehmen). Jeden Tag Messen, nach drei Tagen (so wars bisher immer) ist der Spuk dann vorbei. Das Essen ist für eine Großküche wirklich super! Das Frühstück kann reichhaltig mit Quark, Joghurt, Müsli,... selbst gestaltet werden. Für Getränke muss man allerdings bezahlen (nur der Tee ist frei).
Das wars im Großen und Ganzen.
Grüße aus Baden |
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Lela Anmeldung: 24.07.05 Beiträge: 68 Follik.SD-Ca 06/05 p... Baden-Württemberg  30+ |
Beitrag:
Verfasst am: 20. Sep 2005, 18:25 |
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Hallo!!
So, nun habe ich etwas Zeit gefunden, um mal meine Erfahrungsberichte zu schreiben.
Ich war im August 2005 zur Radiojodtherapie in Esslingen am Necker.
Aufnahme Montag gegen 10.30 Uhr.Man sagte mir, daß ich voraussichtlich 5 Tage bleiben müsste.
Nach dem Aufnahmegespräch(incl. Blutabnahme zur aktuellen TSH-Bestimmung) und der sonographischen Untersuchung des Halses wurde mir dann gegen 13.00 Uhr die Kapsel verabreicht. Diese war so groß wie eine normale Tablettenkapsel, ohne jeglichen Geschmack. Zusätzlich kam die Aufforderung am 1. Tag nicht so viel zu trinken, damit das radioaktive Jod gut aufgenommen werden kann.
Die Kapsel wurde im Zimmer verabreicht, welches man dann auch nicht mehr verlassen durfte.
Die Zimmer sind wie normale Patientenzimmer. Klassisches Krankenhausbett, TV (kostenlos), kleiner Tisch. Im Zimmer ist noch eine gemauerte Bleiwand, wo die Schwestern das Essen abstellen, welches man sich nehmen kann, sobald diese das Zimmer wieder verlassen haben. Das Bad beinhaltete ein Waschbecken mit Wasserspender, den man aber eigentlich betätigen konnte so oft man wollte, auch konnte man sich das Waschbecken mal mit Wasser volllaufen lassen und Katzenwäsche betreiben.
Die Toilette war eine typische Unterdrucktoilette, die ziemlichen Lärm machte beim Spülen.
Die Einzelzimmer befinden sich im 1. Stock und man hat den Blick zur Notaufnahme. Man kann auch zwischendurch mal für ganz kurze Zeit das Fenster öffnen.
Handtücher werden gestellt, ansonsten darf man seine eigenen Sachen anziehen, die man nach dem Aufenthalt einfach nur mal separat waschen soll. Ich muß gestehen, daß ich alte klamotten mitgenommen habe und fast alles danach weggeschmissen habe.
Am nächsten Morgen dann Visite. Man musste sich an das andere Ende des Zimmers begeben, sobald jemand das Zimmer betrat, um das Personal zu schützen. Die Ärztin hat dann jeden Morgen im Abstand von ca. 1m mit einem Stab die Radioaktivität gemessen.
Ich war wirklich verdutzt, wie stark ich gestrahlt habe, v.a. weil ich körperlich gar nichts bemerkte.
Nun ja, dann hieß es, ich dürfte jetzt viel trinken, um die Radioaktivität wieder auszuscheiden.
Ich habe dann am 2. Tag fast 5 Liter in mich reingeschüttet, mit dem Erfolg, daß ich am 3. Tag fast strahlungsfrei war und das Ganzkörperszinti gemacht werden konnte.
Das Ganzkörperszinti befand sich im gleichen Stockwerk. Die Untersuchung dauerte etwa 30 min. War etwas blöd, weil man die ganze Zeit auf dem Rücken liegen muss und sich nicht viel bewegen darf.
Danach wird einem dann gleich der Befund mitgeteilt.
Trotz des guten Befunde (lediglich kleines Restgewebe in der SD-Loge, keine Metastasen) und fast strahlenfrei, musste ich dann doch bis freitags bleiben, was den Donnerstag nicht gerade schnell verstreichen ließ.
Letztendlich wird man dann nach einem letzten Abschlußgespräch entlassen.
Das Personal dort ist super nett!!! 3 mal am Tag wird das Essen reingebracht, so daß man zumindest mal kurzfristig jemanden sieht und ein nettes Wort zu hören bekommt.
Leider war das Krankenhausessen nicht so berauschend, aber da gab es phänomenale Abhilfe: Man konnte sich eine Pizza bestellen. Ich habe einfach nachgefragt, und die haben die Pizza dann auf die zuständige Station liefern lassen und die Schwestern waren so nett und haben sie dann ins Zimmer gebracht.
Insgesamt ist es sehr empfehlenswert, sich was zum Lesen und z.b. ein Laptop mit DVD-Player mitzunehmen. Desweitern viele saure Bonbon oder Kaugummis, um die Speichedrüsen anzuregen. Die haben nämlich bei mir am 3. Tag angefangen zu spinnen und haben auch etwas wehgetan.
Mundspülung mit Salviathymol war sehr hilfreich, ebenso wie das massieren der Speicheldrüsen, um diese anzuregen.
Ein Telefon hat man gegen Gebühr, welche direkt vom Konto abgebucht wird, da man bei Aufnahme die Bankverbindung angibt.
An Getränken bekommt man Wasser gestellt so viel man will, alles Andere kann man mitbringen.
Meine ganzen Sachen durfte ich am Schluß auch gleich wieder mitnehmen.
In Esslingen wird die RJT schon viele Jahre gemacht und diese Erfahrung merkt man dort auch. Ich habe mich zu jeder Zeit gut aufgehoben gefühlt.
Insgesamt fand ich die 5 Tage auch gar nicht so schlimm!!
Ich hoffe, ich konnte einen Einblick verschaffen und wünsche Allen die es noch vor sich haben alles Gute!!
Gruß
Lela  |
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