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Tanja Anmeldung: 15.07.05 Beiträge: 58 Pap.SD-Carz pT4a, pN...  30+ |
Beitrag: (p18075)
Verfasst am: 08. Okt 2005, 16:34 |
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Die Therapiestation der Uniklinik Bonn soll nächstes Jahr ein neues Gebäude erhalten- und das ist auch dringend notwendig! Ich war dort Mitte September für 5 Tage meine 1. RJT, 7,4GBq).
Zimmer: hauptsächlich 3-Bett-Zimmer, größtenteils aber nur mit 2 belegt- so auch bei mir. Nur 1 Zimmer hat einen Fernseher, es können aber welche mitgebracht werden (allerdings ist nicht überall ein Kabelanschluß vorhanden und es wird das Mitbringen eines digitalen Systems empfohlen)Toiletten und Duschen ind auf dem Gang und nur mit Handschuhen und Schuhüberstreifern zu betreten, die bereits im Zimmer anzuziehen sind.
Personal: sehr nette Schwestern, von den Ärzten fühlt man sich ziemlich vernachlässigt. Einen Oberarzt habe ich nur einmal kurz bei einer Visite gesehen und er war nicht wirklich über mich informiert.
Es gibt einen kleinen Garten, den man eigentlich aus Sicherheitsgründen nur mindestens zu dritt betreten darf. Dies und auch andere Regeln werden relativ lax gehandelt.
Ich nehme an, dass sich u.a. auch das in einer neuen Therapiestation ändern wird. So wie es aussieht werde ich wohl auch noch in einem Jahr dort in Behandlung sein und noch "in den Genuss kommen".
Durch diese baldigen Änderungen möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr ins Detail gehen, da dann meine Infos sowieso veraltet sind. Wenn aber jemand konkrete Fragen hat, weil er dort noch vorher hin muss stehe ich gerne für Fragen zur Verfügung!
Viele Grüße,
Tanja |
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| MichaelS |
Beitrag:
Verfasst am: 08. Nov 2005, 21:35 |
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Guten Abend,
ich melde mich hiermit zurück und stelle mit ein paar Tagen Verspätung einen Erfahrungsbericht für meine erste RJT im Klinikum Braunschweig, Standort Salzdahlumer Straße ins Forum.
Am Montag fand nach Blutabnahme ein erstes Gespräch mit dem Stationsarzt statt. Dienstag dann Szinti des Schilddrüsenbereiches und Erläuterung der Untersuchungsergebnisse und des Ablaufs der RJT wieder durch den Stationsarzt.
Am Freitag morgens um 9:00 Uhr eingecheckt, Blut- und Urinabnahme, EKG und dann um 11:30 Uhr die Station bezogen. Der Stationsleiter hat mir vorher nochmals detailliert die Vorgehensweise, Sicherheitsmaßnahmen und den Ablauf der kommenden Tage erklärt. Zusätzlich bekam ich noch ein Infoblatt des Krankenhauses, in dem alles nachzulesen war. Das war schon mal ein erster guter Eindruck. Bei offenen Punkten wird man an den Arzt verwiesen, der sich auch stets die Zeit genommen hat, alles genau zu erklären.
Um 12:00 Uhr bekam ich dann meine Pille (Dosis 3,7 GBq) , die doch eigentlich so harmlos aussieht..., nachdem sich die diensthabende Arztin von der ordnungsgemäßen Einnahme überzeugt hatte, wurde ich dann alleingelassen.
Die Station selbst besteht aus 4 Betten (ein großes Doppelzimmer und zwei große Einzelzimmer), einer Küche mit Essbereich (ausgestattet mit Kühlschrank, Wasserkocher und Mikrowelle) und einem kleinen Flur der an die auch von innen zu öffnende Schleuse anschließt. Um gleich darauf hinzuweisen: man gab mir zu verstehen, dass ich natürlich nicht eingeschlossen war, die Station also problemlos verlassen konnte, aber ich wäre nicht wieder hineingekommen (Zahlenschloss von außen). Jeder verantwortungsbewusste Mensch wird diese "gefühlte Freiheit" zu schätzen wissen, aber nicht ausnutzen. Ich weiß aber nicht was passiert, wenn man doch rausgeht und anschließend wieder um Einlass bittet...
Die Station ist offensichtlich vor nicht langer Zeit neu eingerichtet worden, hell und freundlich ausgestattet, mit vielen Fenstern (natürlich verschlossen, da die Luft abgesaugt wird), jedes Bett hat eigenes, kostenloses Telefon, kostenloser TV, Radio, jedes Zimmer mit eigenem Bad und WC (fand ich wichtig wegen des unglaublichen Harndranges und des tollen Abführmittels).
Das Essen war ok, wurde Morgens und Abends als kleines Buffet für uns aufgebaut. Und in der Küche nahm man sich die Zeit, für uns geschnitztes Gemüse darauf zu dekorieren! Das hatte eher schon Hotelcharakter und hebt tatsächlich die Stimmung.
Man merkt deutlich, dass in diesem Krankenhaus erkannt wurde, wie wichtig die Umgebung für und der Umgang mit den Iso-Patienten ist. Man ist bemüht, auch durch Kleinigkeiten den fehlenden Kontakt mit der Außen- und Pflegerwelt wenigstens ein Stück weit zu kompensieren.
Nach den ersten 24-Stunden durfte ich mein Zimmer auch dann verlassen, wenn die anderen WG-Bewohner im Flur und in der Küche waren.
Durch eure Tipps und auch durch die Erläuterungen des Arztes und des Pflegers habe ich die vom Krankenhaus bereitgestellten Zitronen nach Anweisung stündlich und die ebenfalls bereitgestellten sauren Bonbons ständig gelutscht und Wasser nicht nur getrunken, sondern gesoffen. Dazu gab es, ohne dass ich danach fragen musste, ein Mittel für den Schutz meiner Magenschleimhaut (am Geschmack dieses Zeugs muss der Hersteller aber noch ganz massiv arbeiten). Ich hatte dadurch auch keinerlei Probleme mit der Tablette und den möglichen Nebenwirkungen. Nur ekelts mich noch heute, wenn ich etwas saures esse.
Die eigene Strahlung wird permanent per Detektoren (hängen über dem Bett) kontrolliert und aufgezeichnet.
Am Sonntag Mittag dann die letzte feste Nahrung, anschließend das Abführmittel geschluckt und es begann das bange Warten auf die einsetzende Wirkung. Da ich noch nie ein Abführmittel genommen habe, wagte ich nicht, mich mehr als fünf Meter von meiner Toilette zu entfernen. Nachdem dieser unangenehme Teil dann bis 23:00 Uhr auch erledigt war, durfte ich Montag zum ersten Frühstück zumindest eine Scheibe Brot essen, da ich anschließend gleich zum Ganzkörper-Szinti gebracht wurde.
Sofort danach das abschließende Gespräch beim Stationsarzt mit der frohen Botschaft, dass im Szinti keine Anzeichen von Metastasen zu erkennen waren. Ich bekam dort die ersten Hormontabletten, den vorläufigen Krankenhausbericht und mir wurde das Nachsorgeprogramm mit den nächsten Untersuchungen erläutert. Ich muss erst im Januar zur Blutuntersuchung und zum Ultraschall und im März zur RJD dort erscheinen. Immer vorausgesetzt, dass die permanenten Blutuntersuchungen durch meinen HA nichts anderes erforderlich machen. Nach dem zweiten Frühstück habe ich dann um 10:00 Uhr mein Zimmer geräumt und war wieder in Freiheit.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Klinikum Braunschweig sich sehr gut und intensiv mit mir als SD-Krebs-Patienten beschäftigt hat. Trotz der Größe der Klinik fühlte ich mich individuell beraten. Meine Fragen, von denen ich eine ganze Menge hatte, wurden alle beantwortet.
Der Einsatz von Thyrogen wird befürwortet, der Stationsarzt kannte z.B. auch die Studie mit dem volkswirtschaftlichen Vergleich RJD/RJT mit und ohne Thyrogen. Bleibt aber immer noch das Problem mit den Arznei-Budgets der Ärzte.
Für alle aus dem Großraum Braunschweig kann ich die Klinik wirklich empfehlen.
So, dass war jetzt genug Text für heute.
Liebe Grüße
Michael |
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Harald
Anmeldung: 12.05.99 Beiträge: 6213 fol. SD-CA 97  40+ |
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Harald
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| Apfelminze |
Beitrag: (p20829)
Verfasst am: 10. Jan 2006, 20:28 |
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Also mittlerweile bin ich in der Lage über meine RJT zu berichten:
Ich kam am 9.Dezember, Freitag um 9.00 Uhr in die Klinik. Der Rest meiner Schilddrüse (2ml) sollte durch eine RJT verschwinden.
Zuerst gab es ein zweieinhalbstündiges Aufnahmegespräch mit dem Stationsarzt, der ziehmlich naja wie soll ich sagen, unfreundlich und herb wirkte. Danach noch eine kurze Untersuchung auf dem Zimmer, schließlich die Einnahme der zwei Radiojodkapseln.
Das Zimmer war sehr groß und ziehmlich leer, ein Bett hinter einer halbhohen Mauer, ein Stuhl, ein Tisch, ein Bild an der Wand und ein Fernseher oben an der Decke. Es gab ein kleines Badezimmer mit Dusche. Duschen war zeitlich sehr begrenzt, reichte aber knapp zum Haarewaschen.
Eine kleine Terrasse davor war auch da, um etwas frische Luft schöpfen zu können. Jedoch gingen Fenster und Terrasse in einen völlig menschenleeren ummauerten Garten hinaus, von dem ich nur einen Ausschnitt sehen konnte.
Wichtig war von Anfang an, VIEL, VIEL TRINKEN um das Radiojod wieder aus dem Körper zu bekommen.
Die ersten zwei Tage hatte ich Schmerzen in den Speicheldrüsen, die jedoch durch eine Eiskrawatte gelindert werden konnten.
Überhaupt das Pflegepersonal war sehr nett und auch sehr hilfbereit mit Rat und Tat, mit Eis, Schmerztabletten usw.
Am Sonntag war dann auf einmal meine Stimme weg. Was nicht schmerzhaft war (solange ich nicht versucht habe zu sprechen ), nur einen Tag etwas lästig. Danach war ich insgesamt schmerzfrei.
Die ersten drei Tage mußte ich auf dem Zimmer bleiben, nur während der Strahlenmessung im Zimmer konnte ich auf den Flur und ab Montag auch mit anderen Patienten dort sprechen.
Am Wochenende war die Station jedoch ziehmlich leer. Die meiste Zeit kam ich mir deshalb doch sehr allein und verloren vor.
Zum Glück durfte ich meinen Laptop mitnehmen und mir so meine DVD-Filme ansehen, Spiele spielen und meine Musik und Hörspiele hören.
Das Essen war ziehmlich mäßig, glücklicherweise hatte ich eigene Vorräte dabei:o). Unter der Woche kann man wohl den Zivi mit Einkäufen beauftragen.
Insgesamt habe ich mich soweit das in dieser Situation möglich ist, dort gut aufgehoben gefühlt.
Bis auf diesen einen sehr unfreundlichen Arzt waren alle Mediziner, Schwestern und Physiker auf der Nuklearstation sehr nett und wirkten auf mich auch sehr kompetent.
Meine Empfehlungen:
Freunde und Familie bitten, am besten schon vorab nette Postkarten in die Klinik zu schicken, wirkt aufbauend!
Kleine Leckereien, Obst, Kekse, Limonen, Gewürze für das fade Essen und Schokolade mitnehmen.
Überhaupt, einige PERSÖNLICHE DINGE mitnehmen, die notfalls auch drei Wochen dort bleiben können (wg. Kontaminierung):
Z.B. Bücher, Briefe, Fotos von schönen Erlebnissen, die bunten Lieblingssocken oder eine lustige Nippessache.
Dinge, die positive Erinnerungen wecken, über die ich mich freute oder die einen daran erinnern, es gibt liebe Menschen, die an mich denken.
Falls erlaubt, einen Laptop mit einer alten Tastatur (die vorläufig dableiben kann) mitnehmen. Eigene Musik, Spiele und Filme lenken ab und waren in meinem Fall besser als das (auch teure) Fernsehprogramm. In manchen Kliniken kann man auch schon ins Internet und direkt Kontakt zu Freunden und Familie pflegen.
- Und VORHER möglichst viel positive Erlebnisse tanken. Z.B. Ausflüge, Konzertbesuche, Sport, mit Freunden feiern etc.
So, das war's. Tschüß!
Eure Camilla |
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Swea
Anmeldung: 11.11.05 Beiträge: 440 pap. CA pT3 N1b, Mx,...  30+ |
Beitrag:
Verfasst am: 01. Feb 2006, 19:26 |
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Heute finde ich endlich Zeit über meine Radiojodtherapie in der Uni Düsseldorf zu berichten. Einige Beiträge in diesem Forum, in denen sehr negativ über die Uniklinik gesprochen wurde, hatten mich sehr verunsichert und Ängste in mir aufkommen lassen!
Zum Glück hat sich für mich nichts von dem, was ich gelesen habe bestätigt!
Mein Termin zur RJT war am Montag 21.12.2005 um 8 Uhr. Ich wurde sehr freundlich von der Schwester begrüßt. Sie nahm mir relativ schnell meine Unsicherheit mit ein paar netten und lustigen Sprüchen, so dass ich mir wie ein normaler Mensch vorkam. Ich bekam sofort mein Zimmer zugeteilt und durfte mir meine Wartezeit auf die Ärztin mit einem Speiseplan vertreiben, auf dem man sich aus 3 Gerichten täglich das Mittagessen für die nächsten Tage und einer großen Auswahl Frühstück und Abendessen selber zusammenstellen konnte.
Ich musste nicht lange warten, bis die Ärztin zu mir kam. Mir wurde Blut abgenommen,und im Anschluss folgte ein Gespräch über meine Krankheit, deren Verlauf und Aufklärung über die RJT, möglichen Nebenwirkungen etc .Ich hatte genügend Zeit Fragen zu stellen, welche die Ärztin genaustens und mit viel Zeit beantwortete. Die Ärztin wirkte sehr kompetent und war sehr freundlich und menschlich. Ich fühlte mich vom ersten Moment an gut aufgehoben und ernst genommen. Die Ärztin wiederholte mehrfach, dass ich jederzeit Fragen stellen könne. Das beruhigte mich, denn in der Unterfunktion hatte ich doch häufig mit Gedächtnis und Konzentrationproblemen zu kämpfen. Nach dem Gespräch war ich eine Weile auf meinem Zimmer, dann gab es auch schon Mittagessen. Das Essen war ok, klar schmeckt es zu Hause besser-aber man kann mit dem Essen in der Uni wirklich gut für ein paar Tage leben.
Am Nachmittag folgte noch eine Sonographie des Halses und grundlegende Untersuchungen wie EKG, Blutdruck und alles was man sich vorstellen kann. Gegen 16 Uhr bekam ich dann meine radioaktive Kapsel mit 3500µ Jod 131. Ich musste über den Flur in ein Zimmer zum Arzt, der mir die Kapsel in einem Reagenzglas gab, durch das ich die Kapsel in mein Mund gleiten lassen musste. Das war´s! Danach konnte ich zurück auf mein Zimmer.
Saure Bonbons und Kaugummi zur Speichelflussanregung sowie Mineralwasser gab es von der Klinik jederzeit und in der Menge die man benötigte. Kaum hatte ich nach der Schwester geklingelt. War sie auch schon da
Die einzelnen Tage liefen immer im gleichen Rhythmus ab. Ich wurde gegen 7 Uhr morgens geweckt. Um 7.30Uhr gab es Frühstück. Im Verlauf des Vormittags wurde ich zur Strahlenmessung abgeholt. Dort musste ich mich für 2 Minuten setzen, der Geigerzähler kam vor den Hals - fertig! Das war immer ein richtiges Ereignis, weil ich für 5 Minuten mein Zimmer verlassen durfte! Gegen 11.30 Uhr gab es dann auch schon wieder Mittagessen-welch willkommene Abwechslung – wenn auch zu einer Zeit wie im Altersheim. Abendessen gab es gegen 17.15 Uhr! Das Zimmer war mit einem Multimediagerät ausgestattet – digitales Fernsehen mit allen Sendern / Radio / Internet/ Telefon in einem Gerät! Ich glaube so viel Fernsehen am Stück habe ich noch nie geschaut Insgesamt musste ich pro Tag eine Leihgebür von 4,20€ zahlen. Die Internetgebühren waren sehr überteuert, ich glaube 30 Cent für 10 Minuten. Zum Lesen war ich leider meist zu müde, so dass mich mein mitgebrachter MP 3 Player mit einigen aufgespielten Hörbüchern und meiner Lieblingsmusik vor viereckigen Augen bewahrt hat! Zum Lesen hatte ich durch die Müdigkeit der unterfunktion auch nicht die rechte Lust.
Als Nebenwirkung machten sich bei mir Halsschmerzen bemerkbar-und zwar an den Stellen, wo sich noch Restgewebe befand. Die waren aber wirklich erträglich, weniger schlimm als bei einer Angina und durch eine Eishalsmanschette, die die Schwester brachte gelindert. Jeden Morgen musste ich ein Abführzäpfchen nehmen. Das fand ich nicht so klasse, aber sein wir mal ehrlich-es gibt Schlimmeres!
Am Donnerstagmorgen wurde ich zum Ganzkörperszintigramm geschickt. Leider durfte ich an diesem morgen auch das erste Mal wieder duschen und Haare waschen. Die anderen Tage muss eine Katzenwäsche am Waschbecken reichen. Immerhin ist das kleine dunkle Bad aber direkt am Zimmer angeschlossen!Da ich sehr aufgeregt war, nahm mich die Schwester als erste dran. Das fand ich total nett. Zum Szintigramm muste ich etwa eine ¾ Stunde still liegen. Leider hat mir die verkrampfte Lage der Beine im Nachhinein Bandscheibenprobleme bereitet, so dass ich Weihnachten im Notdienst ins Krankenhaus musste, um mir eine Spritze verpassen zu lassen. Ich kann nur jedem raten, der Rückenprobleme hat: Sagt bescheid, wenn ihr unbequem liegt!!! Dafür wurden zum Glück keine Metastasen gefunden und ich konnte total happy nach Hause. Ich durfte sämtliche Sachen sofort mit nehmen. Lediglich die Kosmetika und Hygieneartikel habe ich direkt entsorgt. Die Wäsche habe ich natürlich komplett gewaschen, auch die eigentlich „sauberen“ Sachen!
Am 21. März muss ich zur RJD. Ich bin total gelassen, weil meine Erfahrung in der Uniklinik wirklich bestens waren!  |
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| UllaR |
Beitrag: (p22921)
Verfasst am: 07. März 2006, 22:22 |
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So, ich habe auch meine 1. RJT in Hannover hinter mir!!
War Alles so, wie ihr in euren Berichten geschrieben habt.
Einchecken mit Mülltüten an den Füßen, mein Mann durfte mit auf Station kommen und wir konnten nach Blutabnahme und Urinabgabe nochmal einen Kaffee trinken gehen.
Dann wieder ab auf Station, aber dann Alleine. Mülltüten über die Schuhe und ab ins Zimmer. Kurz drauf die Kapsel schlucken und ab da Einzelhaft.
Die Schwestern waren fast Alle nett, das Essen hat gut geschmeckt und immer schön viel trinken und stündlich die Zitronenstückchen lutschen. Es gab Wasser, Wasser und nochmal Wasser,am 3. Tag hat sich eine Schwester erbarmt und mir ne Flasche Apfelsaft gebracht, da war´s zu ertragen.
Morgens um 6 Uhr messen. Wenn ich das Alles nicht schon aus euren Berichten erfahren hätte, gesagt hat´s mir da keiner!!!!
Sowieso haben die´s da nicht so mit dem Erklären!
Am 3. Tag ging es mir richtig schlecht, und wie ich am anderen Tag beim messen gehört habe, ging´s den Anderen genau so.
Eine Schwester meinte ich solle - wenn der Flur leer ist - mal hin und her gehen, das läge bestimmt am Zimmer.
Mir wurde immer schlechter und ich fühlte mich fürchterlich.
In der Nachmittagsschicht kam dann eine nette philippinische Schwester, fragte wie´s mir geht und da hab ich ihr mein Leid geklagt - ich sah aber auch schon übel aus! - .Sie fragte, warum ich denn noch nicht eher was gesagt hätte (hahaha!)
Schwupps war sie weg und kam mit Allem was ich so brauchte zurück. Kopfschmerztablette, Schmerztropfen, Magenberuhigungsgel,Kühlkompresse für den Hals.
Nach 1 Stunde ging´s absolut bergauf und es ging mir besser und besser.
Warum nicht gleich so, die Schwester sagte auch, daß das öfter am 3. Tag auftritt. Naja, am nächsten Tag haben die anderen Mitpatienten ja auch davon berichtet. Aber auch von der Schludrigkeit der Schwester, bei massiven Kreislaufproblemen mit zusammenklappen hielt sie es nicht für nötig nochmal nach der Frau zu gucken und hat sie im Nachthemd auf nem Stuhl sitzen lassen. Von selber konnte die Frau aber nicht ins Bett und mußte warten bis es ihr von alleine besser ging.
Am letzten Tag wurd´s auch nochmal lustig.
Ab zum Duschen, MHH kleidung an, und weil keine Schwester in Sicht war und ich wiedermal nicht bescheid wußte, bin ich schön wieder in mein Zimmer gegangen und hab mich brav hingesetzt. Die Schwester (die Gleiche , die sich schon am 3. Tag nicht gekümmert hatte, hat fast nen Anfall bekommen. (Da konnte sie dann wieder sprechen).
Also wieder unter die Dusche. Meine Nachbarin im Nebenzimmer hat´s genauso gemacht, sie wußte es auch nicht!!
Dann war´s geschaft, ich konnte nach Hause!!!
Bei der Abschlußuntersuchung hab ich dann nach einer AHB gefragt, ja da hätte ich gleich zu Anfang nachfragen müssen meinte der Stat.Arzt. Jetzt ginge das nicht so schnell. Ja, wenn ich das mal gewußt hätte!! Ich habe brav 4 Tage in meinem Zimmer verbracht und war langsam echt sauer. Alles muß man selber rausfinden, oder es denen aus der Nase ziehen!!!
Jetzt muß ich im Juni nochmal hin. Da bin ich aber schlauer.
Ansonsten war´s echt O.K. und gut auszuhalten. Alter Bunker, nix Modernes oder Neues, zwischendurch kein heißes Wasser am Waschbecken, die Sensoren auf der Telefontastatur waren nur mit massivster Daumenkraft zu betätigen (hab schon gedacht ich bin zu blöd zum drücken).
So, mal sehn wie es im Juni wird. Jetzt warte ich auf eine REHA, freu mich drauf!!!
Bekomme jetzt meine Schilddrüsenhormone, aber besonders gut geht´s mir noch nicht. Bin jetzt seit 3 Wochen wieder zu Hause und habe gedacht ich könnte schon wieder Bäume ausreißen, aber dass war wohl nichts.
Liebe Grüße an Alle Ulla |
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meerblau Anmeldung: 09.05.04 Beiträge: 4246 Pap. SD-Ca, follikul...  40+ |
Beitrag:  (p22922)
Verfasst am: 07. März 2006, 22:35 |
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Hallo Ulla,
dass mit der Sozialstation in der MHH hat bei mir auch nicht geklappt, weil man ja bei der RJT nicht raus darf und die ganz komische Öffnungszeiten haben. Ich glaube, dass die einem auch nur helfen dürfen, solange man noch "eingecheckt" ist...
Aber einen Anruf könntest du ja wagen?! Ansonsten kannst du den Antrag auf die AHB, glaube ich, auch selbst stellen. Du musst halt relativ schnell handeln. Nach einer Strahlenbehandlung gilt die 2-Wochenfrist eventuell auch nicht und du hast etwas mehr Zeit. Mach dich doch mal schlau! Viel Glück!
Wenn du im Juni übrigens zur RJD (viel geringer dosierte Diagnostik) musst, dann klappt es mit der AHB auch nicht, weil das nicht als Therapie durchgeht. Dann geht nur ein normaler Reha-Antrag. Den kannst du auf jeden Fall stellen, es ikann jedoch deutlich länger dauern bis du hinfahren kannst.
Viele Grüße aus Hannover
Esther |
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Peti Anmeldung: 18.02.06 Beiträge: 40 Foll. SD-Ca-01.u.08.... Potsdam  50+ |
Beitrag:
Verfasst am: 08. März 2006, 17:10 |
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Hier nun ein kurzer Bericht von meiner RJT im Potsdamer E.v.B.Klinikum vom 02.03. bis 06.03.06 .
Als erstes kann ich sagen, daß ich mit der Betreuung dort rundum zufrieden war.
Am Tag der Aufnahme erfolgte als erste Aktion die Blutentnahme, eine Stunde später Urinabgabe zur Jod-Kontrolle. Ins Zimmer durften nur persönliche Dinge, die wirklich gebraucht werden. Handy war nicht erlaubt-dafür war ja ein Telefon am Bett und ich erhielt sogar die tägliche Grundgebühr von 2,20€ am Entlassungstag wieder zurück. Fernseher und Kopfhörer waren auch da und auf dem Bett lag die Kleidung für die nächsten Tage Netzhöschen, Socken ,Schlafanzug, Bademantel, Zahnbürste,Zahncreme, Duschbad und Lotion...alles, was man braucht, war vorhanden. So mußte ich nur meine Hausschuhe, Bücher und Brille mitnehmen.
Ich war in einem 2-Bettzimmer und das war auch gut so. Ich hätte nicht allein sein wollen. Sogar ein Hometrainer stand zur Benutzung bereit. Den habe ich aber mit aller Regelmäßigkeit nicht benutzt.
Mittags brachte der Oberarzt die Kapsel und damit begann für mich das Faulenzen...lesen....fernsehen...lesen...fernsehen....
Nebenwirkungen habe ich keine bemerkt. Habe fleißig die zur Verfügung stehenden Zitronenbonbon gelutscht. Und zur besseren Verträglichkeit gab es vor der Mahlzeit immer ein paar Tropfen für den Magen. Übrigens war das Essen bestens und hat immer geschmeckt.
Das Personal hatte immer Zeit für ein paar nette Worte. Der Oberarzt hat uns täglich zur Visite besucht und auch der Chefarzt hat mal seine Nase reingehalten, um zu sehen, ob alles gut ist.
Im Großen und Ganzen ist alles gut gelaufen und heute war ich nachstationär zur GK-Szinti und bin froh, daß keine Metastasen gefunden wurden.Durch unser Forum war ich ja sehr gut auf die RJT vorbereitet und möchte nun hier meine persönlichen Eindrücke hinterlassen.
Viele Grüße und keine Angst-es ist nicht sooo schlimm.
Petra |
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Angie&Caro Anmeldung: 02.07.06 Beiträge: 44 |
Beitrag: (p29052)
Verfasst am: 02. Jul 2006, 13:24 |
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Meine Tochter Carolin (14 Jahre) , musste sich am Montag , nüchtern zwischen 8 und 9 Uhr auf der Station 24 melden.
Schon am Freitag zuvor hatte man uns angerufen und sie gleich so angemeldet und uns alle Fragen ganz lieb beantwortet.
Alle Schwestern und Pfleger waren unheimlich nett und sehr besorgt um unser KInd.
Sie war das erste Kind auf dieser Stadtion mit dieser Diagnose.
Bei ihr wurden auch nochmals die Blutwerte gemessen, Urin musste sie abgeben.
Um ca. 11 Uhr bekam sie eine Testkapsel und wurde gemessen.
Etwa 2 Std. später bekam sie ihr Essen im Schwesternzimmer.
An diesem Montag durften wir den ganzen Tag noch mit ihr verbringen und konnten sie bei allen Untersuchungen begleiten.
Ab Dienstag musste sie "eingesperrt" bleiben. Es war ein Einzelzimmer mit Blick auf einen Hinterhof. Die Fenster konnte sie öffnen. Sie hatte ein Bett, Fernseher und Stuhl stehen. Ein Waschbecken und Toilette befanden sich um die Ecke des Zimmers.
Das Essen hat ihr nicht besonders gut geschmeckt. Sie lutschte viele Zitronenbonbons und bekam auch Zitronensaft zu trinken.
Eine Schwester hat ihr ein Asterix Heft geschenkt, die Putzfrau kam mit einem Rätselheft. Sie hat von Zuhause aus aber sehr viele Zeitschriften mitgenommen.
Jeden Tag wurde gemessen und am Freitag waren die Werte so gut, dass sie entlassen werden konnte.
Zuvor musste sie aber noch Ganzkörperröntgen - Kernspin - Blutabnahme - Urin und noch so einiges untersuchen lassen.
Dr. Cremerius kam all unseren Fragen nach - leider hat er uns die Aufnahmen der Lunge nicht mehr gezeigt - die mich persönlich sehr interessiert haben, denn dort wurden bei Carolin Metastasen gefunden.
Bei der Entlassung waren wiederum das ganze Personal so besorgt und lieb zu Carolin - wir können uns nicht beklagen über die Fürsorge dort.
Nun müssen wir nach Würzburg zur zweiten RJT !
GlG Angie und Carolin |
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Rena78
Anmeldung: 19.03.06 Beiträge: 337 Pap. SD-CA  30+ |
Beitrag: (p29070)
Verfasst am: 02. Jul 2006, 18:12 |
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Hallo!
Über meine Erfahrungen in der Uniklinik Homburg habe ich in einem anderen Thread schon geschrieben, hier der Link, damit's auch am richtigen Platz steht: Thema
Viele Grüße,
Verena _________________ Wir sollten das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es nehmen wie es kommt. |
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Sus Anmeldung: 02.04.06 Beiträge: 8 pap. SD CA pT2, pN1a... NRW  30+ |
Beitrag:  (p29312)
Verfasst am: 07. Jul 2006, 13:08 |
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Uni Kilnik Essen
Ich war im Mai 2006 in der Uni Klinik in Essen. Zunächst hat man drei Tage eine Dosimetrie mit mir gemacht (es wurde festgestellt, welche Menge die RJT haben soll). Ca. eine Woche später war ich dann zur RJT stationär untergebracht. Die nuklearmedizinische Station ist im Keller. Dort ist es bitterkalt und ich habe die gesamten Tage gefroren.
Man darf seine Kleidung und private Dinge mit ins Zimmer nehmen.
Man soll morgens um 09:00 Uhr da sein, dann findet ein Gespräch und eine kurze Untersuchung statt. Die Kapsel habe ich aus unerfindlichen Gründen erst um 15:00 Uhr nachmittags bekommen. Ich musste also mal wieder warten - und warten - und warten. Man hat dort Einzelzimmer mit Waschbecken, TV (kostenlos) und Telefon. Die Toilette teilt man sich mit dem Nachbarzimmer; Duschmöglichkeiten gibt es nicht.
Während der Therapie darf man das Zimmer nur morgens zur Messung verlassen (natürlich nach Aufforderung). Ansonsten sieht man keinen Menschen. Die Schwestern bringen das Essen und verlasen dann schnell das Zimmer. Mittags durfte ich meist zwischen zwei Gerichten wählen.
Soweit war es ganz o.k., für mich war die Kälte das Schlimmste. Im Oktober diesen Jahres darf ich noch einmal zur Therapie antreten....  |
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Ginger 
Anmeldung: 09.06.06  Beiträge: 1032 Fol. SD Ca pT 2 NXM1... |
Beitrag: (p29314)
Verfasst am: 07. Jul 2006, 13:30 |
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Das Fernsehen ist zwar umsonst, aber die telefongebühren nicht ohne. Und man darf nicht vergessen einen Kopfhörer mit kleinem Anschluss mitzunehmen, oder dort am Automaten zu ziehen.
Nach meinem ersten Aufenthalt habe ich mir dicke Socken für die Füsse mitgenommen, denn die Kälte macht einem da wirklich zu schaffen. kann man auch ganz gut bei den PETs gebrauchen.
Dafür war dann allerdings zu meiner Zeit die Klimaanlage ab 23 Uhr ausgeschalten und da man die deckenhohen Fenster nicht öffnen kann spätestens nach zwei Stunden die Luft in den kleinen Räumen verbraucht. Besonders schlimm dann, wenn man wie ich beim ersten Mal erbricht, dann zieht der Geruch gar nicht ab. Seitdem lass ich mir was für den Magen geben.
Die Kapseln bekommt man auf Grund von Lieferterminen erst am nachmittag.
Es ist ja so, dass einen Tag vor der RJT berechnet wird, welche Menge man bekommt und diese Menge wird dann bestellt und geliefert. Und das passsiert in Essen immer am Mittag.
Telefonkosten in Essen sind happig, und die Zimmer sind nicht freundlich eingerichtet.
Ginger
Zuletzt bearbeitet von Ginger am 15. Aug 2006, 17:14, insgesamt einmal bearbeitet |
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Ginger 
Anmeldung: 09.06.06  Beiträge: 1032 Fol. SD Ca pT 2 NXM1... |
Beitrag: (p30138)
Verfasst am: 25. Jul 2006, 20:05 |
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Hatte heute meinen 1. Tag der Dosimetrie, und kann auch nochmals ausdrücklich auf die Kälte, die auf Grund der Klinmaanlage dort herscht hinweisen.
Gerade im Sommer, bei den Temperaturen die jetzt draußen vorherschen ist der Unterschied sehr krass.
Also zur Sicherheit einen langärmeligen Pullover mitnehmen, kann nicht schaden.
Der mir bislang unbekannte neue Stationsarzt ist wirklich klasse.
Alle meine Fragen hat er mir sehr ausführlich beantwortet.
Man muss ihn nur fragen, wobei da natürlich ein Unterschied bestehen wird, wenn man erstmal strahlt. Also am besten vorher Fragen aufschreiben und stellen.
Und in Essen wird die Dosimetrie tatsächlich mit Jod 124 gemacht, das dort mit einer Reinheit von 95 % selber hergestellt wird, und auch an andere Kliniken für Therapien geliefert wird.
das Jod 124 wird für PET Tracer benötigt, während das 123 für Gammakameras benötigt wird.
Wer Informationen über Publikationen interessiert ist, sollte sich im pub-med einklinken dort gibt es Infos, allerdings auf Englisch.
Mit einem supernetten Arzt klappt auch die Übersetzung. |
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| hansakogge |
Beitrag: (p33073)
Verfasst am: 12. Sep 2006, 12:19 |
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Hallo Zusammen,
ich habe seit einem Tag meine zweite und wie es aussieht auch letzte RJT hinter mich gebracht. Nun wird es Zeit, meine Erfahrungen des Vincentius Klinikums in Karlsruhe mit Euch zu teilen.
Nur kurz die Vorgeschichte. Bei mir wurde im Februar SD-Krebs diagnostiziert. Sofort wurden die Schilddrüse und linksseitig die Lymphknoten entfernt.
Die erste RJT fand ca. 4 Wochen nach der OP statt. Ich hatte die Zeit davor, in der man keine Hormone nehmen darf, sehr gut überstanden. Ab und zu ein wenig müde und schlapp, aber das war auszuhalten.
Man bekommt zur Vorbereitung auf die RJT ein ausführliches Dokument, auf dem steht, wie man sich während des Aufenthaltes verhalten sollte, was man am besten mitbringt und wie die Therapie abläuft.
Das Gebäude der Klinik ist von aussen sehr schön, von innen verliert es dann allerdings seinen Charme
Am ersten Tag, nachdem man sich in der Patientenanmeldung gemeldet hat, verabschiedet man sich vor den Türen der "RNU" (Nuklearmedizin) von seinen Liebsten. Dann heisst es Blutabnehmen, Urinprobe zwecks Schwangerschaftstest und Papierkram erledigen. Ich wurde bei beiden Malen von Schwester Hanni "empfangen". Die ist wirklich eine Seele. Da fühlt man sich richtig gut aufgenommen und abgelenkt. Dann bekommt man ein Magenmittel, da das Radiojod bekanntlich die Schleimhäute angreift. Allen, die sowieso schon wissen, dass ihr Magen oft Probleme macht, empfehle ich dringend, sich vom Arzt beraten zu lassen und schon einige Tage vorher entsprechende Tabletten zu nehmen. Ich dachte immer ich habe einen robusten Magen, aber ich habe beide Male eine Magenschleimhautentzündung bekommen und das ist wirklich nervig. Man hat keinen Appetit und beim zweiten mal musste ich mich häufig übergeben. Keine Angst, soweit ich weiss, kommt das nicht sooft vor. Wenn der Papierkram erledigt ist, kommt man auf sein Zimmer. Es sind meistens Zweibettzimmer, das man mit jemanden teilt, der gerade auf dem selben Dosierungslevel ist. Bei der zweiten RJT hatte ich aufgrund der Hochdosierung (ist normal im zweiten Anlauf sagte mir die Ärztin) ein Zimmer für mich allein. Die Zimmer sind relativ klein, aber für 2 Tage ist das ok. Es gibt einen Fernseher und man kann sich ein Telefon mieten. Leihgebühr 10 Euro. Funktioniert dann mit einer Chipkarte, die man am Empfang bekommt. Man bekommt täglich 2 Liter Wasser und Tee oder Kaffee soviel man will. Weitere Getränke kosten Geld. Dafür schon mal Kleingeld parat halten. Ich habe mir allerdings beim zweiten Mal selbst Getränke mitgebracht, weil mir das Wasser nicht geschmeckt hat.
Am ersten Tag wartet man dann jedenfalls noch auf die Ärztin, die einem die Kapsel (beim zweiten Mal 2 Kapseln) auf die Hand schüttet. Diese sollte man dann sofort schlucken und ab dann sehr viel trinken. Und dann heisst es nur noch warten und die Zeit totschlagen. 2 Tage ist man auf jeden Fall drin und wenn am dritten Morgen die Strahlungswerte ok (unter 60) sind, dann wird man entlassen. Danach kommt man zum Abstrahlen zu Dr. Rendl, dem Chef der Nuklearmedizin. Irgendwie ein witziger Arzt, der immer waaahnsinnig motiviert wirkt. Dort wird ein Ganzkörperszintigramm durchgeführt. und dieses dann ausgewertet. Bei mir war nach der ersten RJT noch ein kleiner Rest im Körper. Genaueres sieht man dann aber erst eine Woche später, wenn noch einmal ein Ganzkörperszintigramm durchgeführt wird. Jetzt nach der zweiten RJT bin ich als geheilt entlassen und das ist ein schönes Gefühl. Auch wenn mein Körper die zweite RJT ziemlich mitgenommen hat, kann ich alle beruhigen, die zur RJT ins Vincentius Klinkum gehen. Die Leute dort sind wirklich sehr nett, auch wenn man sie fast nur zur Essensausgabe sieht.
Bringt Euch auf alle Fälle bequeme Klamotten mit, viel zu lesen etc. Es ist schon manchmal bedrückend, sich nur von der Toilette bis zum Bett und zurück zu bewegen. Aber am Ende lohnt es sich ja, denn es geht schliesslich um die Gesundheit. Apropos Toilette - gewöhnt euch schon mal an das Geräusch eines Düsenjets beim Starten. So ähnlich klingt es, wenn ihr die Spülung betätigt.
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